Argumente

Welchen Mehrwert bietet ein Quartier4all für Investoren, Gemeinden, die Gesellschaft und jede einzelne Person?

Die Bevölkerung der Schweiz wird älter, und die Lebenserwartung steigt weiter. Bis 2050 wird mehr als jede vierte Person über 65 Jahre alt sein. Gleichzeitig nimmt die Unterstützung durch Angehörige ab, und immer mehr ältere Menschen leben allein. Einsamkeit im Alter wird damit zu einer wachsenden gesellschaftlichen Herausforderung. Gemeinden und die Immobilienwirtschaft stehen vor der Aufgabe, ausreichend altersgerechten Wohnraum zu schaffen – und zwar in Quartieren, die soziale Teilhabe ermöglichen und nachbarschaftliche Beziehungen fördern.

Dringender Handlungsbedarf

Quartiere stehen vor wachsenden Herausforderungen – von Innenentwicklung über altersgerechtes Wohnen bis zu sozialer Vernetzung. Hier erfahren Sie, warum dringend gehandelt werden muss.

Die Bevölkerung der Schweiz wird älter. Die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer sind heute zwischen 60 und 80 Jahre alt. Zugleich steigt die Lebenserwartung weiter an. Das Bundesamt für Statistik prognostiziert, dass der Anteil der über 65-Jährigen bis 2050 auf über einen Viertel ansteigen wird – ein erheblicher Zuwachs gegenüber dem knappen Fünftel im 2024. Die Zahl der über 80-Jährigen wird sich bis 2050 voraussichtlich mehr als verdoppeln. Jede zehnte Person in der Schweiz wird älter als 80 Jahre sein. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie und wo ältere und hochaltrige Menschen in Zukunft leben und wohnen werden.

Der demografische Wandel stellt die heutige Funktionsweise der Sozialwerke und Krankenversicherungen infrage. Die Unterstützung durch Angehörige gerät zunehmend unter Druck. Gründe dafür sind sinkende Geburtenzahlen, höhere Mobilität, individuellere Lebensentwürfe und veränderte berufliche Perspektiven – besonders bei Frauen. Dadurch entsteht eine wachsende Versorgungslücke, die vermehrt durch kommunale Strukturen und quartiersbezogene Angebote aufgefangen werden muss.

Ein wachsender Teil der älteren Bevölkerung lebt allein. Heute betrifft dies 45 Prozent der Menschen im Pensionsalter, gegenüber 33 Prozent im Jahr 2003 (Age Report 5, 2023). Besonders betroffen sind Frauen. Eine repräsentative Befragung von Pro Senectute Schweiz zeigt, dass sich über ein Drittel der Menschen über 85 Jahre einsam fühlt. Einsamkeit im Alter ist damit ein zentrales gesellschaftliches Problem, das Quartiere adressieren müssen.

Die Bevölkerung der Schweiz wird nicht nur älter, sie wächst auch. Gleichzeitig lenkt das Raumplanungsgesetz die bauliche Entwicklung verstärkt auf bestehende Siedlungsgebiete, was den Druck zur Verdichtung erhöht. Hinzu kommt ein hoher energetischer Sanierungsbedarf: Rund 80 Prozent der Gebäude wurden vor 1990 erstellt, als die energetischen Anforderungen deutlich niedriger waren, und müssen nun ertüchtigt werden.

Viele ältere Menschen wohnen in nicht hindernisfreien Gebäuden. Gemäss Bundesamt für Statistik wohnen 80 Prozent der über 65-Jährigen in Gebäuden aus der Zeit vor 1990. Erfolgen Sanierungen im unbewohnten Zustand, verlieren gerade ältere Menschen oftmals ihr soziales Umfeld, was das Risiko für Alterseinsamkeit deutlich erhöht. Gefragt sind daher Strategien für pragmatische altersgerechte Wohnungsanpassungen und sozialverträgliche Sanierungen.

Verdichtungs- und Neubauprojekte werden häufig nur aus funktional-baulicher Perspektive geplant. Dabei entstehen anonyme, monotone Quartiere, in denen generationenübergreifendes Zusammenleben und die Teilhabe älterer Menschen zu wenig berücksichtigt werden. Das wirkt sich negativ auf die Lebensqualität und den gesellschaftlichen Zusammenhalt aus.

 

Diesen Mehrwert generiert ein Quartier4all für die Wohnungswirtschaft, für Gemeinden, die Gesellschaft und einzelne Bewohnende: