Fokusthemen
In diesen Vertiefungen erfahren Sie mehr über Prozesse, Instrumente und Themen, die für unterschiedliche sozialräumliche Qualitäten und Entwicklungsphasen wichtig sind. Sie reichen vom frühen Einbezug sozialräumlicher Aspekte und der integralen Quartierentwicklung über raumplanerische Werkzeuge und Sozialraumanalysen bis hin zu konkreten Inhalten wie Hindernisfreiheit, begegnungsfördernder Architektur und innovativen Alterswohnmodellen. Die Fokusthemen liefern praxisnahe Einblicke und hilfreiche Beispiele, mit denen Sie Quartiere lebendig, inklusiv und zukunftsfähig gestalten können.
Sozialraum von Anfang an mitdenken
Ein frühzeitiger und konsequenter Einbezug sozialräumlicher Aspekte ist entscheidend für die erfolgreiche Entwicklung von Quartieren – im Neubau wie bei Verdichtungen oder Sanierungen. Sozialräumliche Qualitäten sollten systematisch in allen Phasen verankert werden, von strategischer Planung über Projektentwicklung bis zur Bewirtschaftung.
Sozialraumanalyse als Grundlage für Entwicklungsprozesse
Sozialraumorientierung rückt die Perspektive der Bewohnenden und Nutzenden ins Zentrum von Planung und Entwicklung. Sozialraumanalysen ergänzen klassische Standort- und Marktanalysen um eine gemeinwohl- und alltagsbezogene Dimension und schaffen eine fundierte Entscheidungsgrundlage für Gemeinden und Immobilienakteure.
Sozialräumliche Qualitäten mittels raumplanerischer Instrumente fördern
Mit Instrumenten der Raumentwicklung können Gemeinden sozialräumliche Qualitäten aktiv steuern. Die Palette reicht von räumlichen Strategien und der Rahmen- und Sondernutzungsplanung über städtebauliche Verträge und Baurechtsverträge bis hin zur Mehrwertabgabe. Damit lassen sich sozialräumliche Zielsetzungen verbindlich umsetzen und langfristig sichern.
Strukturen für eine vernetzte Quartierentwicklung stärken
Eine integrale Quartierentwicklung basiert auf der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltung. Statt isolierter Zuständigkeiten braucht es institutionalisierte Austauschformate zwischen den Abteilungen Planung, Immobilien und Soziales. Zielsetzungen aus Politik und Verwaltung werden dabei mit den Anliegen aus dem Quartier verknüpft. Partizipative Prozesse und Mitwirkungsmöglichkeiten stellen sicher, dass die Bedürfnisse der Bevölkerung frühzeitig aufgenommen und in die Entwicklung integriert werden.
Übersicht über zentrale Normen, Richtlinien und Vorgaben
Hindernisfreiheit und Altersgerechtigkeit sind zentrale Voraussetzungen für eine inklusive und zukunftsfähige Quartierentwicklung. Gebäude und Freiräume sollten so gestaltet sein, dass sie von Menschen unterschiedlichen Alters und mit verschiedenen Bedürfnissen selbstständig und sicher genutzt werden können. Das Vertiefungsblatt gibt eine Übersicht über zentrale Normen, Richtlinien und Vorgaben.
Das Miteinander durch architektonische Gestaltung fördern
Begegnungsfördernde Architektur schafft räumliche Voraussetzungen für spontane Kontakte und stärkt damit nachbarschaftliche Beziehungen. Durch die bewusste Gestaltung von Hauseingängen, Nebenräumen, Gemeinschaftsbereichen und Aussenräumen entstehen Orte für Begegnung im Alltag, die das nachbarschaftliche Miteinander stärken.
Unterschiedliche Wohnmodelle für unterschiedliche Bedürfnisse
Ambulante Unterstützung und organisierte Wohnformen ermöglichen älteren Menschen, möglichst lange selbstständig und in ihrer vertrauten Umgebung zu leben. Die Kombination aus passendem Wohnraum, Alltagsunterstützung und Pflege verbessert die Lebensqualität der Bewohnenden und entlastet mittelfristig auch die Gemeindefinanzen.
Wohnungswechsel ermöglichen und fördern
Kleinere, hindernisfreie Wohnungen entsprechen oft besser den Bedürfnissen älterer Menschen. Doch viele verbleiben in ihren angestammten, oft grossen Wohnungen. Wohnungsanbieterinnen und -anbieter können hier unterstützen, indem sie Umzüge innerhalb von Siedlungen oder Quartieren ermöglichen und koordinieren. So steigt die Wohnqualität für ältere Mietende, und grössere Wohnungen werden für Familien frei.